Schriftdeutung/ Grafologie

Ein grafologisches Gutachten kann dazu dienen, die persönlichen und charakterlichen Züge des Schreibers über seine Handschrift zu beurteilen.

Viele Unternehmen nutzen dies bei Personalentscheidungen in sensiblen Bereichen und erwarten deswegen handgeschriebene Lebensläufe. Häufig wird ein grafologisches Gutachten als zusätzliche Bewertungsmöglichkeit genutzt, ergänzend zum persönlichen Gespräch, zum Sichten von Zeugnissen und Bewerbungsunterlagen und vielleicht sogar zu psychologischen Testverfahren. Gerade bei Positionen, bei denen ein hohes Maß an Verantwortung, Reife, Loyalität etc. wichtig sind, wollen Unternehmen bei der Bewerberauswahl sicher sein, denn Kennenlerngespräche und fachliche Kompetenz lassen nicht unbedingt auf Charakter und Arbeitsweise schließen.

Bei der Detektei Lentz werden grafologische Gutachten regelmäßig erstellt als:

  • Einstellungsgutachten (Ansprechpartner sind die Personalbearbeiter oder Geschäftsführer von Firmen)
  • Persönlichkeitsgutachten (Privataufträge von Einzelpersonen)
  • Partnerschaftsgutachten (wird zumeist angefordert von Personen, die nach einer Scheidung oder Trennung eine neue Partnerschaft eingehen wollen)
  • Jugendschriften (häufig angefordert von Eltern, Psychologen bei Verhaltensstörungen oder zur Findung /Begabung für den zukünftigen Beruf)

Grafologische Gutachten kommen meist in der Personalauswahl zum Einsatz, sind aber eine teilweise umstrittene Form der psychologischen Diagnostik. Umstritten deswegen, weil es keine wissenschaftliche Beweise für die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der Ergebnisse gibt. Die Handschrift des Schreibers wird dabei vom Gutachter einer Persönlichkeitstheorie zugeordnet. Die Erstellung eines grafologischen Gutachtens, d.h. die Aufnahme des grafischen Tatbestandes einer Schrift bis hin zur Formulierung des schriftlichen Gutachtens, vollzieht sich in mehreren Stufen:

1. Ermittlung der Eindruckscharaktere einer Schrift (ohne Wertung) nach dem

  • Bewegungsbild: z. B. impulsiv, kraftvoll, fahrig, dynamisch, gestört...
  • Formbild: z. B. bizarr, originell, aufgeblasen, rund, stilisiert...
  • Raumbild: z. B. weitmaschig, zerrissen, verworren, klar...
  • Strichbild: z. B. farbig, warm, trocken, kräftig, plastisch...

2. Ermittlung von Ganzheitsmerkmalen einer Schrift:

  • Verhältnis von Bewegung und Formung
  • Versteifungsgrad (Spannung einer Schrift)
  • Rhythmus
  • Eigenartsgrad
  • Einheitlichkeit

3. Erfassung von 20 Einzelmerkmalen, die teils messbar, schätzbar oder beschreibbar sind. Die Schrift kann sein:

  • langsam oder eilig
  • unverbunden oder verbunden
  • klein oder groß
  • mager oder voll usw.

4. Zuordnung des Schreibers zu Persönlichkeitstheorien. In der Regel werden psychodynamische oder philosophisch-phänomenologische Ansätze verfolgt.

5. Ausdeutung der Schriftmerkmale und Synthese als Ergebnis im Gutachten.
 Ein Beispiel für ein solches Gutachten finden Sie hier.

Grafologie

Grafologische Gutachten werden meist zur Bewerberbeurteilung genutzt.

Ob Grafologie nun als echte Wissenschaft, oder als Pseudo-Wissenschaft anzusehen ist, bleibt Jedermann selbst überlassen. Tatsache ist aber: "In 80 Prozent aller Fälle haben die grafologischen Analysen von Bewerbern Recht behalten.", so Davy Sidjanski, Inhaber und Geschäftsführer des internationalen Kinderbuchverlages Nord-Süd. Er bedient sich seit 15 Jahren grafologischer Gutachten. In seinem etwa 80 Mann starken Unternehmen mit Sitz in der Schweiz ist die Grafologie nichts Exotisches.

Rechtliche Zulässigkeit

Die bloße Anforderung eines handgeschriebenen Lebenslaufes ist zur Vervollständigung des Persönlichkeitsbildes in der Personalpraxis üblich und kann aus Ordnungsgesichtspunkten grundsätzlich nicht missbilligt werden. Soll der handgeschriebene Lebenslauf allerdings der Einholung eines grafologischen Gutachtens dienen, bedarf es wegen der damit verbundenen Gefährdung des durch die Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG geschützten Persönlichkeitsrechte der ausdrücklichen Einwilligung des Betroffenen. Es gehört zum Selbstbestimmungsrecht des Menschen, selbst frei darüber entscheiden zu können, ob und inwieweit er der Beurteilung seiner Persönlichkeit über normale Erkenntnismöglichkeiten hinaus zustimmen will. Die Einholung eines grafologischen Gutachtens ohne Einwilligung des Betroffenen ist unzulässig und verpflichtet nach §§ 823, 847 BGB gegebenenfalls zum Schadenersatz. (Urteil des BAG, 2 AZR 228/80)

Stimmt der Betroffene einem solchen Gutachten zu, muss das handschriftliche Dokument allerdings auch von ihm selbst verfasst werden. In einem vorliegenden Fall hatte die Beklagte zwar einen "handgeschriebenen", nicht aber einen von ihr "eigenhändig" verfassten Lebenslauf eingereicht und im Begleitschreiben ihr Einverständnis mit einer grafologischen Begutachtung gegeben. Sie hat bei der Klägerin bewusst unrichtige Vorstellungen über den Aussteller des Lebenslaufes erwecken wollen und auch tatsächlich erweckt. Das Gericht ging daher von arglistiger Täuschung gemäß § 123 Abs. 1 BGB aus. Das Arbeitsverhältnis konnte damit von der Klägerin aus wichtigem Grund fristlos beendet werden. (Urteil des BAG, 2 AZR 309/99)

Kundenstimmen
Kundenbewertungen für Detektei Lentz & Co. GmbH
4.9 / 5 aus 463 Meinungen
Einige Kundenstimmen:
Meine Ansprechpartnerin überzeugte mich. Sie ist ruhig, klar deutlich und sachlich in der Beratung, sowie in der Leitung des Einsatzes. Ich fühle mich von Ihr und den Ermittlern sehr gut bedient, eine sympathische Detektei "zum Anfassen".
Maximilian Breuer, Düsseldorf
Arbeitnehmerbeobachtung, wegen vorgetäuschter Krankheit: Von der Terminvereinbarung, den Reaktionszeiten bis zum Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Sehr professionelle und ergebnisorientierte Arbeit.
Bernd H., Konstanz
In einer komplexen arbeits­rechtlichen Aus­ein­ander­setzung mit einem von der Arbeit frei­gestellten Mit­arbeiter der zweiten Führungs­ebene haben wir die Detektei Lentz eingeschaltet. Die Detektive arbeiteten sehr rasch und ergebnis­orientiert, so dass die Angelegenheit letztlich sehr erfolgreich für uns abgeschlossen werden konnte. Wir empfehlen dieses Unter­nehmen gerne weiter!
Dr. Daniel T., München

Unsere Detektive sind

IHK Kassel-Marburg Zertifikat ZAD geprüfter Privatermittler
(Personenzertifikat)