Gefälschte Schrift/ Forensik

Ob eine Unterschrift oder ein handschriftlich verfasstes Dokument tatsächlich vom Verfasser geschrieben wurden, wird in der Forensik untersucht.

Forensik

Jeder hat eine individuelle Art zu schreiben und entsprechend eine charakteristische Handschrift.

Forensische Schriftgutachten – in der Fachsprache „Schriftvergleichung“ – sind in Deutschland und Europa absolut gerichtlich als Beweismittel zugelassen. Eine forensische Handschriftenuntersuchung basiert auf der Tatsache, dass die Handschrift eines Menschen praktisch einzigartig ist. Daher kommt der forensischen Handschriftenuntersuchung ein sehr hoher Stellenwert in der Beweisführung zu.

Eine schriftvergleichende Untersuchung wird immer dann in Auftrag gegeben, wenn die Echtheit einer Unterschrift, eines handgeschriebenen Dokumentes oder eines Testamentes vom Auftraggeber angezweifelt wird. Durch solche forensischen Handschriftenuntersuchungen kann außerdem geprüft werden, ob anonyme Drohbriefe, Schmähbriefe, Erpresserbriefe o.ä. von einem der Beschuldigten oder einem der Angeklagten stammt. Ein forensisches Schriftgutachten dient in solchem Fall also als Nachweis einer Straftat. Auftraggeber solcher Gutachten sind überwiegend Anwälte oder Unternehmen, manchmal auch Staatsanwälte oder Richter.

Nur eine Unterschrift reicht nicht

Vor einer Gutachtenerstellung muss immer das Untersuchungsmaterial beschafft werden, möglichst im Original – jedoch mindestens in wirklich sehr guter Kopie. Eingescannte Dokumente genügen in der Regel nicht. Bei dem Untersuchungsmaterial wird unterschieden zwischen den strittigen Schriften, die im Allgemeinen mit X bezeichnet werden, und den Vergleichsschriften, die meist mit V bezeichnet werden und die zweifelsfrei vom angeblichen Urheber stammen. Hier gilt: je umfangreicher das Vergleichsmaterial vorliegt, desto besser. Das Vergleichsmaterial V sollte aus ungefähr (+/- 3 Jahre) demselben Zeitraum stammen, wie die strittige Schrift X.

Wichtig ist, dass die Vergleichsschriftproben V immer unbefangen erstellt sein müssen! Eine Vielzahl von Unterschriften, welche einfach auf ein weißes DIN A4-Blatt geschrieben sind, sind für ein seriöses und gerichtlich verwertbares Gutachten keinesfalls ausreichend, da der Schreiber bewusst oder unbewusst auf Schönschrift achtet oder die Handschrift ändert.

Es gibt Listen mit Fundstellen von Vergleichsmaterial, die wir Ihnen bei Bedarf gerne per E-Mail oder per Telefax zur Verfügung stellen.

Die Bewertung des Schriftmaterials steht dann noch vor Beginn des Gutachtens. Die Prüfung umfasst Qualität (Originale oder Kopien), Quantität (Umfang des Vergleichsmaterials), Ähnlichkeit (kann Schreibschrift mit Schreibschrift oder mit Druckschrift verglichen werden) und Zeitgerechtigkeit (Entstehungszeitraum von Untersuchungs- und Vergleichsmaterial). Je besser und umfangreicher das Vergleichsmaterial ist, umso sicherer ist natürlich das Endurteil im Gutachten.

Übrigens: Ist das eingereichte Material nicht für eine Untersuchung und damit für die Erstellung eines forensischen Schriftgutachtens geeignet, entstehen Ihnen bei der Detektei Lentz® keinerlei Kosten. Bereits gezahlte Honorare werden vollständig zurück erstattet.

Physikalisch-technische Untersuchung

Für die Erstellung von forensischen Schriftvergleichsgutachten wird zunächst eine zerstörungsfreie physikalisch-technische Untersuchung durchgeführt. Hierbei prüft der Schriftsachverständige die Frage, ob sich irgendwelche Spuren feststellen lassen, welche auf die Fälschung oder eine Verfälschung des zu prüfenden Dokumentes X hinweisen. Die physikalisch-technische Untersuchung beginnt mit einer Untersuchung mit bloßem Auge und noch ohne besondere Hilfsmittel. Hier wird auf eventuelle Auffälligkeiten des Schriftträgers, des Schreibgerätes und des Schreibmittels geachtet. So kann es z.B. Strichkreuzungen zwischen einer handschriftlichen Unterschrift und einem darüber befindlichen maschinellen Text geben, welche wichtig sind.

In der weiteren physikalisch-technischen Untersuchung werden dann spezielle Geräte eingesetzt. Hierbei handelt es sich unter anderem um Stereomikroskope. Die zu untersuchenden Schriftstücke X werden bei Auflicht, Durchlicht und Streiflicht mit unterschiedlichen Filtern und unterschiedlichen Vergrößerungen auf Pausspuren, sowie Feinheiten in den Schriftmerkmalen untersucht. Auch werden Reflexionsuntersuchungen, Lumineszenzuntersuchungen mit Licht unterschiedlicher Wellenläjnge, z.B. Ultraviolettstrahlung und Infratotstrahlung, durchgeführt. Hiermit können Unterschiede in dem Schreibmittel nachgewiesen werden, durch die sich Verfälschungen nachweisen lassen. Die Methode der elektrostatischen Oberflächenprüfung dient dazu, mit bloßem Auge nicht erkennbare Durchschreibspuren sichtbar zu machen, die sich von einem darüber liegenden Blatt auf den Schriftträger mit der strittigen Handschrift X durchgedrückt haben könnten.

Schriftvergleich

Ein seriöser Gutachter prüft Schriften nicht auf „Ähnlichkeit“, sondern auf „Übereinstimmungen und Unterschiede“. Hierbei spielen z.B.

  • Strichbeschaffenheit (Strichspannung und Strichsicherheit)
  • Druckgebung (Druckstärke und Druckverlauf)
  • Bewegungsfluss (Schreibgeschwindigkeit und Verbundenheit der Schreibbewegung)
  • Völle und Magerkeit der Schrift
  • Vertikale Ausdehnung (Schriftgröße, Verhältnis der Kurzlängen zu den Langlängen, Verhältnis der Oberlängen zu den Unterlängen)
  • Horizontale Ausdehnung (Buchstabenbreite, Buchstabenabstände und Wortabstände)
  • Vertikale und horizontale Flächengliederung (Oben- und Untenrand, Zeilenabstand, Links- und Rechtsrand)

eine Rolle und müssen für das Gutachten vom Gutachter unbedingt berücksichtigt werden. Ein bloßes „in Augenschein nehmen“ reicht also keinesfalls aus, um eine wirklich fundierte und rechtssichere Aussage treffen zu können.

Gutachten auch für den Laien lesbar

Die forensische Handschriftenuntersuchung verläuft nach einer standardisierten Methode, die im Aufbau eines Gutachtens sichtbar wird. Gutachten von Schriftsachverständigen sollten methodisch so aufgebaut sein, dass die Aspekte

  • Auftrag
  • Methode der Untersuchung
  • das Untersuchungsmaterial
  • Befunde der physikalisch-technischen Untersuchung
  • Befunde der schriftvergleichenden Untersuchung
  • Befundbewertung
  • Ergebnis der Untersuchung

sofort für den Auftraggeber erkennbar und für den Fachmann nachprüfbar sind. Eine eindeutige Beschreibung und Kennzeichnung des untersuchten Schriftmaterials ist wichtig, damit – wenn in dem Gutachten darauf Bezug genommen wird – dieses Schriftmaterial jederzeit eindeutig identifiziert werden kann. Dabei werden dann die Entstehungszeit und die Frage berücksichtigt, ob ein Dokument im Original, oder nur in sehr guter Kopie vorlag. Daher muss ein Gutachten auch Fotos bzw. klare Abbildungen mit den beweisrelevanten Befunden in entsprechender Vergrößerung beinhalten. Auch sollte die fachliche Eignung des untersuchenden Schriftsachverständigen aus dem Gutachten, meist in einer Anlage des Gutachtens, klar erkennbar sein.

Nach der Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse, wird der Befund nach der folgenden Skala eingeordnet:

Urheberschaft:

  • Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
  • Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit
  • Mit hoher Wahrscheinlichkeit
  • Wahrscheinlich
  • Möglich
  • Nicht auszuschließen
  • Nicht entscheidbar, nicht zu identifizieren (non liquet)
Kundenstimmen
Kundenbewertungen für Detektei Lentz & Co. GmbH
4.9 / 5 aus 467 Meinungen
Etwas Wartezeit. Sonst perfekt. Danke an meine immer für uns erreichbare Ansprech­partnerin Frau S., und das Team
Lieselotte M., Wien
Arbeitnehmerbeobachtung, wegen vorgetäuschter Krankheit: Von der Terminvereinbarung, den Reaktionszeiten bis zum Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Sehr professionelle und ergebnisorientierte Arbeit.
Bernd H., Konstanz
Neben der kompetenten Vorab-Beratung, waren die vier Detektiv-Ermittler auch vor Gericht mit ihrer ruhigen und besonnenen Art den verbalen Attacken der Gegenseite immer einen Schritt voraus. Ich bin mehr als zufrieden und spreche ihr hiermit nochmals meinen Dank aus.
Elisabeth B., Dessau-Roßlau

Unsere Detektive sind

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